{"id":143,"date":"2019-08-24T11:50:50","date_gmt":"2019-08-24T11:50:50","guid":{"rendered":"https:\/\/hallo.designthing.eu\/?p=143"},"modified":"2019-08-24T11:50:50","modified_gmt":"2019-08-24T11:50:50","slug":"lichtenberger-nicaragua-wandbild-schreibt-kunstgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallo.designthing.eu\/?p=143","title":{"rendered":"Lichtenberger Nicaragua-Wandbild schreibt Kunstgeschichte"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Konservierungsetappe am 15. August erfolgreich beendet. Im April 2020 beginnt die zweite Etappe der denkmalgerechten Restaurierung.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die Rede ist vom popul\u00e4ren und europaweit gr\u00f6\u00dften Giebelwandbild mit naiver Kunst \u201eNicaraguanisches Dorf \u2013 Monimb\u00f3 1978\u201c am Haus Skandinavischen Str. 26 in Berlin-Lichtenberg. Ausgef\u00fchrt im Auftrag des (Ost-) Berliner Magistrats im Sommer 1985 vom nicaraguanischen Meistermaler Manuel Garc\u00eda Moia, assistiert von seinen Berliner K\u00fcnstlerkollegen Martin Hoffmann und Trak Wendisch.<\/p>\n<p>Rechtzeitig, wenige Tage vor der 12. \u201eLangen Nacht der Bilder\u201c am 06. September 2019, wurde ein gro\u00dfer Wunsch vieler Kunstfreunde wahr. Denn am 26. Juli fiel der Ger\u00fcstvorhang am Giebel und drei Tage sp\u00e4ter erfolgte die Demontage des Bauger\u00fcstes. \u00dcber zehn Wochen konservierte ein Team von zw\u00f6lf versierten Restauratoren unter Leitung von Frau Dunja R\u00fctt und Frau Anke Hirsch in einem komplizierten Verfahren das 19 m hohe, 13 m breite, rund 34 Jahre z\u00e4hlende Kunstwerk am Monimb\u00f3-Platz. <\/p>\n<p>Bekanntlich kam 2018 eine vom Landesdenkmalamt LDA beauftragte Evaluierung zum Ergebnis, dass eine nachhaltige Restaurierung des Gesamtbildes m\u00f6glich ist. Dazu wurde eine Musterfl\u00e4che restauriert. Am 30. August 2018 entschied daraufhin das Bezirksamt im Einvernehmen mit dem Lichtenberger Parlament, die Restaurierung mit 60 Tsd. Euro zu unterst\u00fctzen. Die dar\u00fcber hinaus ben\u00f6tigten Finanzierungsmittel wurden von der B\u00fcrgerkunst-initiative eingeworben, so von bedeutenden Sponsoren wie der Daimler AG in Stutt-gart, der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH in Berlin Lichtenberg und der Lichtenberger B\u00fcrgerstiftung aber auch von vielen privaten Spendern. Sie alle erm\u00f6glichten der Kunstinitiative, sich mit insgesamt 63 Tsd. Euro Spendengelder in die Finanzierung einzubringen.<\/p>\n<table style=\"width: 1056px; border-color: #ffffff; background-color: #ffffff;\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 388px;\">\n<td style=\"border-color: #ffffff; width: 572px;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 9pt;\">Was beinhaltete die Konservierung konkret?<br \/>Zahlreiche D\u00fcbel und gro\u00dfe Fl\u00e4chen von Klebm\u00f6rtel wurden vorsichtig aus der Wand gel\u00f6st. Sie sind die R\u00fcckst\u00e4nde von 500 W\u00e4rmed\u00e4mmplatten aus dem Jahr 2005, die sich \u00fcber dem Wandbild befanden und bereits 2015 entfernt werden mussten. Wichtig war, dass das freizulegende Original-Giebelwandgem\u00e4lde dabei so wenig wie m\u00f6glich Schaden nahm. Entsprechend den denkmalpflegerischen Grunds\u00e4tzen und Kriterien wurden Fugen, Risse, Unterh\u00f6hlungen in der Wand behandelt und der Putz gro\u00dffl\u00e4chig stabilisiert. <br \/><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\">Eine andere, ebenso m\u00fchsame und unangenehme Aufgabe war das Entfernen von alter und neuer Graffiti, Anmerkung: Vandalismus. Die Reinigung erfolgte mit notwendigen chemischen Mitteln.<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"border-color: #ffffff; width: 10px;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"border-color: #ffffff; width: 450px;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><a href=\"images\/stories\/aktuelles\/2019\/1988%20Foto Giebelwandbild.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" style=\"border: 1px solid black; margin: 9px auto; display: block;\" src=\"images\/stories\/aktuelles\/2019\/1988 Foto Giebelwandbild.jpg\" alt=\"08.08.2019. Nicaragua- Wandgem\u00e4lde nach Abschluss der 1. Restaurierungsphase. Foto: H.-Joachim Schemel\" width=\"260\" \/><\/a><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 17px;\">\n<td style=\"border-color: #ffffff; width: 572px; height: 5px; vertical-align: top;\">\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 9pt;\">Diese Arbeiten waren vorrangig im unteren Bereich des Wandbildes unabdingbar. Dabei gingen leider bedeutende Bildelemente verloren.<\/span><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"border-color: #ffffff; width: 10px; height: 5px; vertical-align: top;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"border-color: #ffffff; width: 450px; height: 5px; vertical-align: top;\">\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 8pt;\"><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><em>08.08.2019. Nicaragua- Wandgem\u00e4lde <br \/>nach Abschluss der 1. Restaurierungsphase. <br \/>Foto: H.-Joachim Schemel<\/em><\/span><\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Diese Bildteile m\u00fcssen in der zweiten Etappe der Restaurierung (April bis Juli 2020) rekonstruiert und dann retuschiert werden, ein mindestens genauso aufw\u00e4ndiges und kostenintensives Verfahren. Die zweite Etappe wird dank der Bewilligung von F\u00f6rdermitteln durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin m\u00f6glich werden.<span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><\/p>\n<p><\/span>Auf einer Schutz-Einhausung (Schutz vor Graffitivandalismus) im unteren Bildteil werden in K\u00fcrze Sch\u00fcler der Grundschule am Wilhelmsberg Bl\u00fcten- und Pflanzen ausmalen, die der Blumenleiste auf dem Gem\u00e4lde von Manuel Garc\u00eda Moia nachempfunden sind. Unterst\u00fctzt werden die Sch\u00fcler dabei von den Restauratorinnen und den Aktivisten der Kunstinitiative.<\/p>\n<p>Zitat: \u201eMit einer bemalten Fl\u00e4che von 255 m\u00b2 z\u00e4hlt dieses Berliner Wandgem\u00e4lde von Manuel Garc\u00eda Moia (Nicaragua) zu den gr\u00f6\u00dften und sch\u00f6nsten Wandbildern mit naiver Malerei in der Welt. Als Antikriegsbild ist es Zeugnis einer au\u00dferordentlich kreativen Kunstepoche der Wandmalerei in Lateinamerika, speziell in Nicaragua von 1979 bis 1992\u201c. <br \/>Prof. Dr David Kunzle, University of California, Los Angeles, USA.<\/p>\n<p>Die Aktivisten und Helfer des Projektes sind hoch motiviert, sich ebenso in der zweiten Phase der Restaurierung 2020\u00a0 einzubringen. <\/p>\n<p>Text: Christel Schemel, Gesamtprojekt-Koordinatorin.<\/p>\n<p>Weitere Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Nicaragua-Giebelwandgem\u00e4lde tut Not. Wir danken daher herzlich f\u00fcr Ihre Spenden. Das Spendenkonto der Wandbildinitiative lautet: <\/p>\n<p><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Kulturring in Berlin e. V. <\/strong><\/span><br \/><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Berliner Bank NL DB<\/strong><\/span><br \/><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>IBAN IBAN: DE41 1007 0848 0525 6219 01<\/strong><\/span><br \/><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>BIC: DEUT DE DB110 <\/strong><\/span><br \/><span style=\"font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Verwendungszweck: Spende Nicaragua-Wandbild<\/strong><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konservierungsetappe am 15. August erfolgreich beendet. Im April 2020 beginnt die zweite Etappe der denkmalgerechten Restaurierung. 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